Ignoriert der EWZ bestimmte Brennereien?

Geschrieben von am 17. März 2010 | Abgelegt unter Blog - Der Whisky Onkel berät

Ganz entschieden „Nein“! Wenn anhand der in diesem Blog veröffentlichten Verkostungsprogramme der Eindruck aufkommt, wir behandelten manch schottische Whisky-Brennerei stiefmütterlich, so liegt das gewiß darin begründet, daß wir uns den offenbar in diesen Aufstellungen als unterrepräsentiert betrachteten Brennereien in den Anfangsjahren des EWZ ausgiebig gewidmet haben.

Der EWZ durchäuft Phasen, in denen seine Mitglieder bestimmten Brennereien oder Themen, wie zuletzt in ehemaligen Weinfässern gelagerter Single Malt, Single Barrel Bourbon, Rum etc., besonders zugetan sind. Derzeit puschen wir die Malts aus Benromach und Glentauchers, richten unser spezielles Augenmerk zudem auf Ardmore, Craigellachie, Glenburgie und Tamdhu. Gemäß unseres Credos gilt es, auch wenig bekannte Perlen zu entdecken. Wie die Whiskies mit großem Namen schmecken, wissen vor allem die langjährigen Mitglieder des EWZ recht gut. Trotzdem präsentieren wir den an unseren Verkostungen teilnehmenden Novizen immer wieder mal einen Glenfarclas oder Highland Park.

Was speziell Ardbeg angeht, so haben wir diesen bereits seit 1998, also einer Zeit, in der keine zeitgenössische Originalabfüllung erhältlich war, immer wieder verkostet. Der Autor dieser Zeilen hat es seitdem auf immerhin 26 unterschiedliche Abfüllungen dieses Malts gebracht. Ähnliches gilt für Caol Ila, der, mittlerweile 42-fach verkostet, damals noch als Geheimtip galt und selbst Liebhabern torfigen Whiskies nahezu unbekannt war. Speziell die in der Flora & Fauna-Reihe präsentierte Version zeigte uns, wie intensiv dieser Whisky sein kann, doch auch die weniger stark getorften Rare Malts von 1975 und 1977 hatten ihren Charme, so daß dieser Malt zu einem ständigen Begleiter unserer Degustationen avancierte.

In der Folge widmeten wir uns neben den Bigsellern wie Laphroaig, Bowmore und Macallan speziell den Whiskies aus Aberlour, Clynelish und Mortlach. Aber auch weitere Brennereien fanden häufiger als andere Einzug in unsere Tastings; es wäre müßig, sie alle aufzählen zu wollen. Daß dabei die Produkte mancher Brennerei seltener vertreten waren, liegt nicht an der Ignoranz der EWZ-Mitglieder, nicht einmal unbedingt an deren Geschmack, sondern vorwiegend an der mittlerweile guten Verfügbarkeit von Whisky und Rum verschiedener Provenienzen und Güteklassen.

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