EWZ testet Charred Oak Rye & Bourbon

Geschrieben von am 19. Dezember 2013 | Abgelegt unter Blog - Der Whisky Onkel berät

Im Rahmen unseres Weihnachts-Tastings am 15.12.2013 probierten die zwölf Teilnehmer zwei brandneue Produkte aus den USA, die uns zum Test durch den Generalimporteur für Deutschland, die Firma Benz-Weine GmbH & Co. KG, Postwiesenstr. 7 in 70327 Stuttgart-Untertürkheim überlassen wurden.

Charred Oak unaged Rye Spirit mit 40% und Charred Oak Bourbon Whiskey, 50%, beide von Off the Clock Spirits in Madison, Wisconsin, beide zu € 57,90 exklusiv über Benz-Weine zu beziehen, standen auf dem Tasting Panel – selbstverständlich in Blindprobe und ohne Kenntnis des Preises.

Die Verkoster: zwölf langjährige Genießer, Clubmitglieder des EWZ, einige von ihnen Barkeeper und „Créateurs des Cocktails“, hinreichend geschult im Umgang mit Blindproben im allgemeinen und Bourbon & Co. im besonderen, in ihren Empfindungen vielleicht ein wenig beeinträchtigt durch die Vorfreude auf die nachfolgende Degustation der Highlights des sich neigenden Jahres, wie Rennpferde in der Box vor dem Kentucky Derby.

Die Ergebnisse für Charred Oak Rye

Aroma: floral, krautig, fruchtig, Limette, Banane, Maische, Anis, dezent Lakritze waren einige Attribute, wirkt recht frisch und jung, aber auf alle Verkoster angenehm, der Nase schmeichelnd
Geschmack: auf der Zunge sehr jung, leicht, flach, fruchtig, Vanille, wenig Würze, Obstbrand, Rye
Abgang: nicht sehr nachhaltig, verabschiedet sich schnell, malzig und trocken-fruchtig, Muskat, Gewürze, Schokolade

Fazit: Wurde direkt mit Bourbon in Verbindung gebracht, einige tippten auf Rye, doch fehlte ihnen die übliche Würze; die Nase verspricht viel, was nur bedingt gehalten wird, könnte daher noch ein paar Jahre im Faß sowie 5 Volumenprozent mehr Alkohol vertragen, ist aber auf einem guten Weg zu einem guten Beispiel für Rye der Prohibitions-Ära, weniger mit Bourbon zu assozieren als viele seiner heute angebotenen Namensvetter, denen die Eigenständigkeit der Gattung Rye im Gegensatz zum Charred Oak abhanden gekommen ist. Die Barkeeper empfahlen ihn als Whisky-Sour oder Old Fashioned, doch wurde der Preis durchweg als etwas hoch angesehen.

Die Ergebnisse für Charred Oak Bourbon

Aroma: Zunächst besticht die schöne Farbe, dann die breiten Aromen nach Erdnuß, Popcorn, Karamel, dunklen Früchten, Schokolade, besitzt viel Substanz mit würzigen und fleischigen Noten, deutlich ist die Eiche zu spüren
Geschmack: auf der Zunge noch breiter, jung und temperamentvoll, präsent mit Eichenholz, Tannin, aber auch einer leichten, vanilligen Süße, floral, Beerenfrüchte, gut gereift wie bester Kentucky Bourbon
Abgang: lang, trocken, intensiv und angenehm, charming, erneut Vanille und Popcorn, doch ebenso leicht salzig, floral mit Schokolade und Karamel sowie präsenter Eiche, einem Verkoster schien er zu holzig, zu tanninreich, zu alt

Fazit: Gewaltig, wirkt deutlich reifer und älter als er ist, der erhöhte Alkoholgehalt hilft ihm auf die Sprünge und wurde als sehr positiv empfunden. Unverkennbar feinster Kentucky à la Wild Turkey 1855 Reserve – wenn auch aus Wisconsin. Preislich schätzten ihn die Verkoster meist auf 40 bis 50, gar auf 70 Euro. Sowohl pur zu genießen als auch kräftig genung, um sich in jedem Cocktail durchzusetzen. Sechs der zwölf Tester würden ihn kaufen.

Die Webseite und Kontaktdaten von Benz-Weine:
www.benz-weine.de
info@benz-weine.de

Tel.: 0711 / 365 80 – 130
Fax: 0711 / 365 80 – 110

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